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Epidemiologisches Krebsregister (EKN) Niedersachsen stellt Krebshäufung in Rethem/Aller fest

Gesundheitsamt Heidekreis bittet um Unterstützung für weitere Untersuchungen

Das Epidemiologische Krebsregister Niedersachsen (EKN) hat im Rahmen des gemeindebezogenen Krebs-Monitorings für die Samtgemeinde Rethem eine Häufung von Mesotheliomerkrankungen festgestellt: Für den Untersuchungszeitraum der Jahre 2008 bis 2017 wurden 9 Mesotheliomerkrankungen bei 1,2 erwarteten Fällen beobachtet. Betroffen sind vor allem Männer: Alle Betroffenen sind bereits verstorben, sie waren zum Zeitpunkt der Erstdiagnose über 60 Jahre alt, sieben davon 75 Jahre und älter.

Mesotheliome gehören zu den seltenen Krebserkrankungen, einer Sonderform des bösartigen Lungenkrebses. Dieser spezifische Tumor kann mit einer Asbestbelastung in Zusammenhang stehen. Der Krebs tritt typischerweise 20 bis 30 Jahre nach solch einer Belastung auf. Von 1959 bis 1989 war das Asbestzementwerk Toschi in der Stadt Rethem ansässig. Für weitere Untersuchungen bittet das Gesundheitsamt des Heidekreises um die Mithilfe der Angehörigen dieser bedauerlichen Todesfälle. Angehörige aus dem Bereich der Samtgemeinde Rethem, denen die genaue Todesursache (Mesotheliom) bekannt ist, werden gebeten, sich an das Gesundheitsamt unter Tel.: 05161 9806-0 zu wenden.

Weitergehende Untersuchungen der identifizierten Mesotheliomhäufung in Rethem werden deshalb vom Gesundheitsamt des Heidekreises durchgeführt. Ob und inwieweit nachgewiesen werden kann, dass die früheren Arbeitsumstände der Verstorbenen zu einer Asbestbelastung und somit zu der Erkrankung geführt haben, bleibt abzuwarten. Die Staatsanwaltschaft Verden ist vom Heidekreis informiert worden.

Im Jahre 2006 hatte der Heidekreis als Untere Abfallbehörde bei der Asbest-Entsorgung des Toschi-Geländes gegen den Grundstückseigentümer der ehemaligen Toschi-Flächen ein Verfahren zur Beseitigung der damals noch vorhandenen, offenen Asbestablagerungen eingeleitet. Da dieser Eigentümer daraufhin in die Insolvenz ging, hat der Landkreis im Rahmen der Gefahrenabwehr die schadlose Deponierung der Asbestablagerung auf einer zum Toschi-Areal gehörenden Fläche vornehmen lassen. Die Abfälle wurden vor Ort mit Boden überdeckt, welcher anschließend bepflanzt wurde. Entsprechend wurde die Fläche als Altlast deklariert und registriert, sodass dort nicht mehr gebaut werden darf. Die Samtgemeinde Rethem war seinerzeit über das Vorgehen informiert worden. Die Ersatzvornahme mit Abdeckung der illegalen Asbestzementabfall-Ablagerung auf den Flurstücken in Rethem wurde Anfang Dezember 2009 abgeschlossen. Eine Belastung geht von diesem Gelände nicht aus.

Der Untersuchungsbericht für die regionale Beobachtungseinheit Ahlden/Rethem kann hier eingesehen werden.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des EKN.