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Verwaltungsspitzen informieren sich zum „Dethlinger Teich“

Am 15. November 2021 trafen sich der neue Landrat Jens Grote und der neue Munsteraner Bürgermeister Ulf-Marcus Grube in Begleitung von Anna Adamczak, Fachbereichsleiterin Innere Dienste und Benjamin von Ahlen, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung der Stadt Munster sowie Gerd Engel, Munsteraner Ratsvorsitzender, am „Dethlinger Teich“ und ließen sich vor Ort von den Fachleuten der Fachgruppe Wasser, Boden, Abfall des Heidekreises die Vorgeschichte der einmaligen Rüstungsaltlast erläutern. Sie setzen damit die bereits seit Jahren praktizierte enge Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen von Landkreis und Stadt fort.

Den beiden Verwaltungschefs wurde dargestellt, wie durch die Verfüllung eines ehemaligen Kieselgur-Teiches von 1942 bis 1952 die weltweit einzigartige Rüstungsaltlast entstand. Anhand der beeindruckenden Videoaufnahmen von der Teichöffnung wurden die besonderen technischen und logistischen Anforderungen der ab 2022 geplanten Sanierung erklärt. Die endgültige Planung der Kampfmittelräumung befindet sich derzeit noch in der Abstimmung. Diese soll bis Anfang Dezember 2021 abgeschlossen sein.

Die eigentliche Kampfmittelräumung soll in einer 95 mal 105 m großen, freitragenden Arbeitshalle erfolgen. Um sie herum werden das „Teichöffnung-
Zelt“, 20 mal 30 m, und das sogenannte „Erfassung-Röntgen-Transport-Zelt“ (E.R.T.-Zelt), 20 mal 10 m, als Schleusen für Personal, Gerät und Munition platziert.

Mit der Unterzeichnung des Chemiewaffenübereinkommens (CWÜ) hat sich die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, der Kontrollstelle OPCW  - Organisation für das Verbot chemischer Waffen - im niederländischen Den Haag jedes gefundene Stück Kampfstoffmunition zu melden und nach deren Freigabe und Kontrolle zu vernichten. Hierzu muss jedes Kampfmittel mit Foto und Röntgenbild erfasst werden. Diese Arbeiten finden normalerweise bei der GEKA in Munster statt. Sie sollen nun aber vor Ort im E.R.T.-Zelt durchgeführt werden. Hierdurch kann der Umfang der Arbeiten auf dem Gelände der bundeseigenen GEKA reduziert werden, was letztendlich die maximal zu vernichtende Anzahl an Kampfmitteln erhöhen soll. Die Planungen basieren auf insgesamt 30.000 Stück Kampfstoffmunition, wenngleich die Anzahl der tatsächlich im Teich versenkten Munition mangels überlieferter Dokumente nicht wirklich beziffert werden kann. Bei der Teichöffnung wurden in circa 120 m³ Aushub insgesamt 2.552 Kampfstoffgranaten gefunden. Das Volumen des Teiches wird momentan auf rund 30.000 m³ geschätzt.

Zum Abschluss erhielten die beiden Verwaltungschefs noch die Informationen über den sogenannten Sanierungsbeirat, mit dem ergänzend zu den Veröffentlichungen auf der Homepage des Heidekreises und den Pressemitteilungen die Bevölkerung künftig über ihre örtlichen Vertreter aus Oerrel und Trauen fortlaufend über das Geschehen am „Teich“ informiert werden soll.