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Managementplanungen der Natura 2000-Gebiete

Die Management- oder Maßnahmenpläne (MMP) sind Fachpläne des Naturschutzes, aus denen sich keine unmittelbare Rechtswirkung gegenüber Dritten ergibt. Sie betrachten die jeweiligen Belange der zu erhaltenden Natura 2000-Gebiete. Die Umsetzung der darin genannten Maßnahmen und Ziele ist für die Naturschutzbehörden verbindlich und durch andere Behörden zu beachten. Aus den MMP werden einzelne Projekte zur Erreichung der in ihnen dargestellten Ziele entwickelt und diese mit den Eigentümerinnen und den Eigentümern und Nutzungsberechtigten besprochen, um möglichst einvernehmlich die erforderlichen Maßnahmen umsetzen zu können.

Sollte sich Veränderungsbedarf ergeben, können Managementpläne fortgeschrieben werden.

Planungen geringeren Umfanges oder für kleinere Gebiete, die meistens vom Landkreis selbst vorgenommen wurden, werden auch „Maßnahmenblätter“ genannt.

Wenn Sie mehr über die rechtliche Verpflichtung und die Erstellung der Managementpläne wissen möchten, finden Sie dazu Ausführungen am Ende dieser Seite.

Die derzeit vorliegenden Managementpläne oder Maßnahmenblätter sowie die Erhaltungsziele der Natura 2000-Gebiete stehen nachfolgend zur Einsicht bereit:


Rechtliche Verpflichtung // Erstellung der Managementpläne

Um bestimmte Lebensraumtypen (LRT) und Arten von gemeinschaftlicher Bedeutung zu schützen, wurde ein EU-weites, zusammenhängendes Netzwerk an Schutzgebieten gebildet, die unter dem Begriff „Natura 2000“ zusammengefasst werden. Das Natura 2000-Schutzgebietsnetz setzt sich aus Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebieten und Vogelschutzgebieten (VSG) zusammen. Die rechtlichen Grundlagen für die Ausweisung dieser Schutzgebiete sind die Richtlinie zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) von 1992 und die Richtlinie über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten (Vogelschutzrichtlinie) von 2009 beziehungsweise 1979. Gemäß dieser Richtlinien sind die europäischen Mitgliedstaaten verpflichtet, diese Gebiete nach nationalem Recht zu sichern und Maßnahmen zu planen und umzusetzen, um den günstigen Erhaltungsgrad (EHG) der LRT und Arten zu gewährleisten oder herzustellen.

Hierfür wurden für die besonderen Verantwortungsarten und LRT Deutschlands die geeignetsten Gebiete durch die Bezirksregierung vorgeschlagen, vom Land ausgewählt und vom Bund im Rahmen eines Vorschlags an die EU benannt. Die abschließende Gebietsbestimmung wurde durch die EU vorgenommen. Die EU hat zudem festgelegt, dass diese Gebiete durch nationales Recht zu sichern sind. In Niedersachsen erfolgt dieser Schritt üblicherweise durch die Ausweisung von Natur- und Landschaftsschutzgebieten (NSG & LSG). Die Verordnungen und Schutzgebietskarten der NSG im Heidekreis können Sie hier aufrufen. Die Verordnungen und Schutzgebietskarten der LSG im Heidekreis stehen hier zur Einsicht zur Verfügung.

Die FFH-Richtlinie schreibt darüber hinaus vor, dass für jedes Schutzgebiet entsprechende Erhaltungs- und/oder Wiederherstellungsmaßnahmen festzulegen sind, die den ökologischen Erfordernissen der dort vorkommenden Lebensraumtypen und Arten entsprechen. Ziel ist es, dass die Gebiete den bestmöglichen Beitrag zu den Zielen von Natura 2000 leisten. Für kleinere Gebiete ist die Planung in Form von Maßnahmenblättern erfolgt. Für komplexere Gebiete wurden und werden Managementpläne erstellt.

Die Maßnahmen- bzw. Managementplanung stellt somit eine gutachterliche Fachplanung dar, die der Identifikation notwendiger Maßnahmen zum Erhalt und der Wiederherstellung günstiger Erhaltungsgrade für die jeweiligen FFH- und Vogelschutzgebiete dient. Die Durchführung der Maßnahmen wird unter vorheriger Einbeziehung der Eigentümerinnen und Eigentümer der Flächen sowie gegebenenfalls weiteren lokalen Akteuren stattfinden. Zur Erreichung der von der EU gesetzten Erhaltungs- und Entwicklungsziele werden diese Maßnahmen- bzw. Managementpläne zudem bei Bedarf fortgeschrieben.