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Die Öffnung des Dethlinger Teiches bei Munster ist am 16. September 2019 gestartet ...

Erkundungsarbeiten

10.10.2019: Am Vormittag wurden zwei Kampfmittel geborgen und verpackt. Am Nachmittag wird es einen weiteren Gefahrguttransport zur GEKA geben. Die permanente Luftüberwachung im Zelt hat noch keinen chemischen Kampfstoff nachgewiesen, d. h. aus dem mittlerweile rd. 1,7 m tiefen Schacht tritt nichts aus. Vorsorglich ist die Luftreinigungsanlage rund um die Uhr in Betrieb.

C-Feuerwerker bei der Sichtung und Sortierung8. Oktober 2019: Der erster Munitionsfund wurde geborgen und nach Prüfung der Transportsicherheit durch den niedersächsischen Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) als Gefahrguttransport zur GEKA gebracht. Nach entsprechender Klassifizierung werden die beiden Kampfmittel dort zeitnah in den Anlagen ihrer endgültigen Vernichtung zugeführt.

1. Oktober 2019: Die Arbeiten werden mit einem Greifarmbagger durchgeführt, um den Unterbeton zu "zerstören" und das Material entnehmen zu können. Das Material wird auf einem "Sortiertisch" ausgebreitet und von Munitionsfachleuten überprüft. Mit dem ersten Munitionsfund wird ab dem 14. Oktober 2019 gerechnet.

27. September 2019: Heute wurde mit dem Aushub der 1952 aufgebrachten Deckschicht aus Betonschutt und Boden begonnen. C-Feuerwerker haben das Material gesichtet und sortiert.

Instagram-Profil 25. September 2019: Über das Instagram-Profil "dethlingerteich" ist der Heidekreis seit dem 25. September 2019 aktiv und gibt einen Einblick über die Arbeiten vor Ort.

23. bis 27. September 2019: Nach aktueller Planung wird im Verlaufe dieser Woche mit dem Aushub der 1952 aufgebrachten Deckschicht aus Betonschutt und Boden begonnen. Diese Schicht ist aufgrund der geophysikalischen Untersuchungen mutmaßlich munitionsfrei, sodass mit dem ersten Munitionsfund Anfang Oktober 2019 gerechnet wird.

16. bis 20. September 2019: Die ersten Tage sind planmäßig für die Einarbeitung der Beteiligten einschließlich weiterer Rettungsübungen vorgesehen. Die verschiedenen Teams der Kampfmittelräumfirma machen sich mit der Technik (Bagger, Kran usw.) vertraut und üben die Arbeitsabläufe. Testweise erfolgt dabei auch der Aushub von Material. Hierbei handelt es sich aber nicht um den Untergrund des Dethlinger Teiches, sondern um die Schotterschicht, die vor wenigen Wochen zur Flächenbefestigung aufgebracht wurde. Im Ergebnis erfolgt die notwendige Routinebildung am Standort. Während dieser Einarbeitung werden auch die Mitglieder des medizinischen Rettungsteams durchgetauscht, sodass auch hier jede Person mit den örtlichen Verhältnissen vertraut ist.

Aufgrund der enstehenden Mehrkosten in Bezug auf die Erkundungsarbeiten am Dethlinger Teich wurde am 16. September 2019 die Änderungsvereinbarung zur Kostenübernahme von Staatssekretär Frank Doods, Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, und Landrat Manfred Ostermann unterschrieben. Damit stehen 3,6 Millionnen Euro für die Untersuchungen zur Verfügung.


Fotos:
Weitere Bilder zum Dethlinger Teich können Sie unter www.heidekreis.de/pressebilder einsehen.


Sperrung der B 71:
Die B 71 wird zwischen Oerrel und der Dethlinger Kreuzung (L 240) in der Zeit vom 13. September bis zum 20. Dezember 2019 voll gesperrt.

Die Umleitungsstrecke verläuft von Oerrel über die Kohlenbissener Straße, dann über die Verbindungsstraße weiter zur B 71 und in umgekehrter Reihenfolge. Der Umleitungsplan kann hier heruntergeladen werden.


Betretungsverbot:
In der Zeit vom 10.09.2019 bis 20.12.2019 (00:00 Uhr bis 24:00 Uhr) ist es aus Sicherheitsgründen verboten, die Flächen um den „(ehemaligen) Dethlinger Teich“ in einem Umkreis von ca. 900 m (siehe Lageplan) zu betreten. Der Geltungsbereich ist im Lageplan schraffiert eingezeichnet und kann hier aufgerufen.

Die Bekanntmachung der Allgemeinverfügung zum Betreten der Flächen um den (ehemaligen) Dethlinger Teich, Munster steht hier zur Einsicht bereit.

 


 

Die Öffnung des Dethlinger Teiches ist vorbereitet

 

September 2019: Am 2. September 2019 wurden in der etwa 2 km von der Räumstelle entfernt liegenden Ortschaft Oerrel mehr als 300 Briefe mit Verhaltenshinweisen im (unwahrscheinlichen) Falle einer Großhavarie verteilt. In einem Haus, in dem Fenster und Türen verschlossen sind, ist man auf jeden Fall sicher. Um alles andere kümmern sich die gut vorbereiteten Rettungskräfte.

Am 3. September 2019 gab es vor Ort eine umfangreiche Rettungsübung durch GEKA, DRK und Heidekreis-Klinikum, die erfolgreich durchgeführt wurde. Sie wurde von der Presse sowie Radio und Fernsehen hautnah begleitet und darüber berichtet.

Die seit mehr als zwei Jahren laufenden intensiven Vorbereitungen unter Unterstützung aller erforderlichen Fachkräfte und die vielfältigen technischen Sicherungseinrichtungen  lassen die Organisatoren dieses weltweit fast einmaligen Projektes sicher sein, dass die Teichöffnung für alle Beteiligten und die betroffene Bevölkerung sicher durchgeführt und abgeschlossen wird.

 

August 2019: Die erforderlichen Wegearbeiten einschließlich der Herstellung der Versorgungsleitungen am Dethlinger Teich und zwischen der Bundesstraße B 71 und dem Dethlinger Teich wurden Anfang August 2019 fast vollständig abgeschlossen. Der Anschluss der Trinkwasserleitung nach dem Durchbohren des Bundesstraßendammes wurde Ende August fertiggestellt, nachdem die Baucontainer aufgestellt waren. Die Zufahrt (und Abfahrt vom) zum ehemaligen Teich ist jetzt im Normal- und im Notfall über mindestens drei unabhängige Wegstrecken möglich.

Als nächstes wurde als Bodenplatte für das erforderliche Einhausungs-Zelt eine etwa 20 m mal 30 m große Betonplatte gegossen. In diese Platte wurde dann im Bereich der höchsten geomagnetischen Intensität (Metall im Untergrund) ein etwa 3,7 m Durchmesser großes Loch geschnitten, aus dem später die im Teich vermuteten Kampfstoffbehälter geborgen werden sollen.

Befestigungsmauer neben dem Schutzzelt/der EinhausungAls statische Befestigungsmauer für das Zelt wurden seitlich der Betonfläche etwa 60 Stück sogenannte „Heidelegos“ aufgebaut, die pro Stück etwa 2,4 Tonnen wiegen. Auf diese Betonblöcke wurde in etwa 2 Tagen Arbeit das Zelt montiert, das eine Firsthöhe von etwa 10 m und eine Traufhöhe von etwa 7 m hat. Das Zelt selbst hat zwei  Großöffnungen für Baugeräte, die mit Schnelllauftoren ausgestattet sind. Eine weitere Zeltöffnung wird mit einer Material- und einer Personenschleuse ausgestattet, die jeweils etwa 12 m lang sind. Die Personenschleuse enthält eine Personendusche mit Warmwasseranschlüssen zur Dekontamination. Die Personenschleuse wird in der zweiten Septemberwoche geliefert und montiert.

Zum weiteren Infrastrukturinventar gehören drei Großcontainereinheiten: die sogenannte Leitwarte, ein Sozialcontainer und ein Schwarz-Weiß-Container, die durch mehrere Material- und einem Schlafcontainer für die Wachmannschaft ergänzt werden. Das Ganze wird von zwei unabhängigen Großaggregaten mit Strom versorgt, die sich bei Ausfall gegenseitig ersetzen.

Die Leitwarte überwacht mit diversen intelligenten Kameras sowohl tagsüber als auch nachts die mit Scheinwerfern ausgeleuchteten Außen- und Innenbereiche des Zeltes und der Umgebung. Der Schwarz-Weiß-Container und die Leitwarte sind durch etwa 2,50 m hohe Schutzmauern aus „Heidelegos“ gegen Druckeinwirkung geschützt. Eine weitere Schwergewichtswand steht im Arbeitszelt, um den Eingangsbereich zur Personenschleuse zu schützen.

Im Arbeitszelt selber sorgt eine Großbatterie von 2 Gebläsen und 60 Aktivkohlefiltern dafür, dass das Innenluftvolumen des Zeltes etwa sechsmal pro Stunde ausgetauscht wird. Eine weitere Belüftung direkt am Arbeitsschacht zieht dort etwa 5.000 m3 Luft pro Stunde ab und filtert sie ebenfalls mit Aktivkohle.

Eine ausgeklügelte Luftanalytik weist nach, ob und wieviel belastete Luft in die Aktivkohlefilter gesaugt wird und dass nur schadstofffreie Luft nach außen abgegeben wird. Sollte doch einmal der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass Luftschadstoffe nach außerhalb des Zeltes gelangen, wird durch Außensensoren die Intensität der Luftbelastung festgestellt. Dann kann durch eine aus der Leitwarte ferngesteuerte Wasserschleierkanone die potentielle Schadstoffwolke eingenebelt und „niedergeschlagen“ werden. Gleichzeitig wird die Aufgrabungsöffnung des Dethlinger Teiches durch einen Deckel gesichert.
 

Probenahme und Analytik von Wasser und Boden der neu hergestellten Brunnen
Seit Anfang August 2019 liegen die Prüfberichte zu den aktuellen Boden- und Grundwasseruntersuchungen vor.

Im Rahmen der kürzlich durchgeführten Brunnenherstellung wurden drei Proben des Bohrgutes entnommen und laboranalytisch untersucht. Festgestellt wurden die Verbindungen 1,4-Oxathian, 1,4-Dithian und 1-Oxa-4,5-Dithiepan in einer Konzentration von in Summe bis zu ca. 30 µg/kg.

Nach Fertigstellung der neuen Brunnen konnten diese erstmalig am 10.07.2019 höhenorientiert beprobt werden. Dabei wurden beginnend mit der Oberkannte des aktuellen Wasserstandes bis in eine Tiefe von 6,5 m insgesamt 13 Wasserproben entnommen. Die anschließende Analytik ergab hohe Gehalte an Lostabbauprodukten in einer Größenordnung in Summe von bis zu 11,5 mg/L. Im Einzelnen wurden folgende Substanzen nachgewiesen: 1,4-Oxathian, 1,4-Dithian und 1-Oxa-4,5-Dithiepan, 1,2,5-Trithiepan, Thiodiglycol (TDG), Thiodiglycolsulfon (TDGS) und Thiodiglycolsulfoxid (TDGSO). Darüber hinaus findet sich in den Proben Arsen mit bis zu ca. 3,1 mg/L und Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die in Ihren Konzentrationen bis zu ca. 1,2 mg/L erreichen.

Eine durchgehende Schichtung des Wassers auf Basis der oben genannten Untersuchungen kann derzeit nicht festgestellt werden, vielmehr sind die Schadstoffkonzentrationen über die betrachtete Tiefe der Pegel relativ ähnlich. Lediglich im obersten Meter des Wassers sind die Schadstoffgehalte im Vergleich zu den übrigen Probenahmepunkten deutlich niedriger.


Grundwasserentnahme im Teich
Seit 1. Juli  wird Grundwasser aus dem Dethlinger Teich abgepumpt. Dafür hat die GEKA Munster vier 1.000l Behälter bereitgestellt, um das Pumpwasser aufzufangen. Das abgepumpte Grundwasser wird durch Speziallabore chemisch untersucht, um die weitere Behandlung und den weiteren Entsorgungsweg festzulegen.


Luftaufnahme vom Dethlinger Teich mit dem Schutzzelt über dem BohrlochInfrastrukturarbeiten
Seit dem 21. Juni 2019 finden Infrastrukturarbeiten in Form von Wegearbeiten und der Herstellung von Versorgungsleitungen im Umfeld des ehemaligen Dethlinger Teiches durch eine Neuenkirchener Tiefbaufirma statt. Es werden die Grasnarben auf den Feldwegen mittels Bagger abgezogen und von Sattelschleppern wird Fräs- und Brechgut herangefahren und mit etwa 20 cm Stärke auf den Fahrbahnen aufgebracht. Darüber hinaus wird eine Wasserversorgungsleitung und ein Leerrohr für Kommunikakationsleitungen verlegt. Die Arbeiten schreiten zügig voran.

 

Brunnenherstellung zur Wasserhaltung
Zwischen dem 24. Juni und 25. Juni 2019 hat die Firma WIWA-Kampfmittelbergung aus Hamburg Kampfmittelsondierungsarbeiten im nördlichen Dethlinger Teich zur Vorbereitung der Herstellung von drei Wasserhaltungsbohrungen durchgeführt. Dabei wurden unter Vollschutz mit einem Bagger mit vormontierter Bohrschappe insgesamt 15 Löcher mit 10 cm Durchmesser vorgebohrt und geomagnetisch abschnittsweise in der Tiefe vermessen. An drei Stellen wurde im Dreieck Kampfmittelfreiheit festgestellt. Dort wurden seit dem 26. Juni von der Firma Hölscher Wasserbau aus Hodenhagen Bohrungen mit 70 cm Durchmesser niedergebracht und diese dann als WasserhaltungsbrunBohrgerät im Einsatznen mit 30 cm Durchmesser bis ca. 8 m Tiefe ausgebaut. Die erbohrte Auffüllung bestand jeweils hauptsächlich aRingraumverfüllung mit Filterkies und messtechnische Überwachungus Bauschutt. Sandige Schichten wurden teilweise nur an der Basis der Bohrungen festgestellt. Die zutage geförderten Flüssigkeiten waren relativ klar und rochen stark nach PAK (Teeranstrich der Betonabfälle). Die lufttechnische Überwachung durch die Firma Hazard Control ergab keinen Hinweis auf chemische Kampfstoffe. Eine Art von Kampfstoffcocktail „Erbsensuppe“ wurde in keiner der Sondierungen oder Bohrungen beobachtet. Bei den Sondier- und Bohrarbeiten waren anwesend: ein C-Feuerwerker der GEKA, ein Sicherheits- und Gesundheitskoordinator (SIGEKO) des Planungsbüros Mull und Partner, Analytische Begleitung durch das Labor Hazard Control, eine örtliche Bauüberwachung durch den Heidekreis, ein Rettungswagen mit 2 Rettungssanitätern des DRK Soltau und die Mitarbeiter der Firmen WIWA und Hölscher. Ein spezialisierter Mediziner war während der Arbeiten in Abrufbereitschaft in seiner Praxis in Munster. Die Brunnenbohrarbeiten wurden am 27. Juni fertiggestellt. Am 28. Juni wurden die Pumpen in die Bohrbrunnen eingebaut. Die Fahrzeuge und Bohrgeräte sind mit Spezialmittel dekontaminiert und mit sauberem Wasser in Arbeitsschutzkleidung gereinigt worden.