Ein Kälbchen namens Claus und jede Menge Feuer: Herbstcamp im Naturpark Lüneburger Heide
Wegen der großen Nachfrage nach seinen Sommercamps hat der Naturpark Lüneburger Heide in diesem Jahr erstmals ein Herbstcamp veranstaltet. Zwölf Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 15 Jahren erlebten auf Hof Wörme vom 12. bis 16. Oktober abwechslungsreiche Tage rund um das Element Feuer. Mit Naturerlebnissen, neuen Freundschaften und einer tierischen Überraschung.
Gleich am ersten Tag des Naturpark-Herbstcamps gab es eine besondere Überraschung: Auf Hof Wörme war an diesem Tag ein Kälbchen zur Welt gekommen - und die zwölf jungen Campteilnehmenden durften ihm einen Namen geben. Da auf dem Hof alle neugeborenen Tiere eines Jahrgangs Namen mit demselben Anfangsbuchstaben bekommen und 2026 das „C“ an der Reihe ist, fiel die Wahl auf „Claus“. Wäre es ein weibliches Kalb gewesen, hätte es „Clara“ geheißen. Ein tierischer Auftakt für fünf erlebnisreiche Ferientage im Naturpark Lüneburger Heide.
Im Mittelpunkt des „Naturpark-Elemente-Camps“ stand das Element Feuer. Wie lässt sich ohne Streichholz oder Feuerzeug ein Feuer entzünden? Was braucht es, damit aus einem kleinen Funken eine Flamme wird? Das Herbstcamp ist Teil einer mehrjährigen Campreihe des Naturparks Lüneburger Heide, die sich den vier Elementen Erde, Wasser, Feuer und Luft widmet. Dabei geht es darum, Natur mit allen Sinnen zu erleben, Neues auszuprobieren und spielerisch zu verstehen, wie Mensch und Natur zusammenhängen.
Beim Feuerbohren probierten die Kinder aus, wie sich mit einfachen Naturmaterialien durch Reibung Glut erzeugen lässt. Beim Glutbrennen bearbeiteten sie Holz mithilfe von glühender Kohle. Aber auch abseits der Wildnisaktivitäten war Eigeninitiative gefragt: Im ehemaligen Schafstall auf Hof Wörme, der weder über fließend Wasser noch über eine moderne Heizung verfügt, mussten die Kinder selbst mit dafür sorgen, dass es warm wurde und Essen auf den Tisch kam. Feuerholz sammeln, Wasser holen, den Ofen einheizen und gemeinsam kochen gehörten ganz selbstverständlich zum Camp-Alltag.
„Für viele Kinder war es eine ganz neue Erfahrung, dass die Dinge des Alltags nicht einfach auf Knopfdruck funktionieren. Wenn es warm werden soll, muss erst Holz gesammelt und der Ofen eingeheizt werden. Wenn wir kochen wollen, brauchen wir Wasser und müssen gemeinsam das Essen zubereiten. Was zunächst ungewohnt war, wurde im Laufe der Woche immer selbstverständlicher. Die Kinder haben erlebt, wie viel Arbeit hinter alltäglichen Dingen steckt, aber auch, wie gut es sich anfühlt, gemeinsam anzupacken und selbst etwas zu schaffen“, erzählt Campleiter und Wildnispädagoge Marcus Päsch. Zwei Teamerinnen unterstützten Päsch bei der Betreuung und Gestaltung der Ferienwoche.
Zudem bot Hof Wörme zahlreiche Gelegenheiten, das Leben und Arbeiten auf einem landwirtschaftlichen Betrieb kennenzulernen. Bei einer Hofführung erfuhren die Kinder mehr über den Hof, seine Tiere, die Landwirtschaft und den Gemüsebau. Auch praktische Tätigkeiten auf dem Hof gehörten zum Programm, zum Beispiel wurden noch die letzten Tomaten und Paprika im Gewächshaus geerntet. Ein gemeinsamer Ausflug ins nahe gelegene Büsenbachtal mit der Rangerin und Zertifizierten Natur- und Landschaftsführerin Carina Peters eröffnete weitere Möglichkeiten, die Natur der Lüneburger Heide zu entdecken.
„Mit unseren Naturpark-Camps möchten wir Kindern und Jugendlichen ermöglichen, die Natur nicht nur kennenlernen, sondern selbst zu erleben und mitzugestalten. Dabei geht es uns auch darum, Selbstständigkeit, Gemeinschaft und Verantwortungsbewusstsein zu stärken. Es ist schön zu sehen, mit wie viel Neugier und Begeisterung die Kinder und Jugendlichen dabei sind“, sagt Annika Drews-Shambroom, Bildungsverantwortliche beim Naturpark Lüneburger Heide und Organisatorin des Camps.
Ein besonderer Dank gilt der Heidehof Stiftung und den Stadtwerken Buchholz, die die beiden Naturpark-Camps 2026 finanziell unterstützen und dadurch dabei helfen, auch Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwächeren Familien eine Teilnahme zu ermöglichen.
Im kommenden Jahr wird die Elemente-Reihe beim Naturpark-Sommercamp mit dem Thema Luft fortgesetzt. Ob es auch 2027 wieder ein Herbstcamp geben wird, steht derzeit noch nicht fest. Weitere Informationen zu den Naturpark-Camps gibt es unter www.naturpark-sommercamp.de.