Persönliche Vorbereitung
Selbstschutz und Notfallvorsorge
Prüfen Sie Ihre Vorbereitungen für Krisenereignisse. Nehmen Sie sich jetzt die Zeit, die Sie in einem Krisenfall vielleicht nicht mehr haben.
Krisen und außergewöhnliche Ereignisse können jederzeit eintreten – auch in Deutschland. Dazu zählen unter anderem:
- Unwetter und Hochwasser
- Großbrände oder Unfälle
- Längere Stromausfälle
- Störungen der Versorgung (beispielweise Lebensmittel, Energie, Wasser)
Eine funktionierende Infrastruktur ist keine Selbstverständlichkeit. In Krisensituationen kann es zeitweise zu erheblichen Einschränkungen kommen.
Ihre eigene Vorsorge ist entscheidend.
Staatliche Stellen leisten Hilfe – jedoch nicht sofort und nicht überall. Verlassen Sie sich daher nicht ausschließlich auf Hilfe von außen, sondern treffen Sie frühzeitig eigene Vorsorgemaßnahmen, denn ist ein Notfall erst einmal eingetreten, ist es für umfangreiche Vorsorgemaßnahmen zu spät.
Die wichtigste Grundlage für eine gute Krisenbewältigung ist Ihre eigene und rechtzeitige Vorbereitung.
Dazu gehört insbesondere, ausreichend Lebensmittel und Trinkwasser auf Vorrat zu halten, eine Hausapotheke für die medizinische Grundversorgung einzurichten und die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) informiert ausführlich zum Thema "Vorsorgen für Krisen und Katastrophenschutz". Die Inhalte stehen in acht Fremdsprachen sowie in Leichter Sprache zur Verfügung. Erfahren Sie mehr.
Auch Kinder können spielerisch lernen, wie sie sich in Krisensituationen richtig verhalten. Dafür stellt das BBK altersgerechte Materialien rund um den Bevölkerungsschutz bereit. Lesen Sie mehr.
Nutzen Sie außerdem gerne die Informations- und Ausbildungsangebote der Hilfsorganisationen.
Sie haben Fragen?
Die Mitarbeitenden der Fachgruppe Brand- und Katastrophenschutz, Rettungsdienst stehen Ihnen gerne zur Verfügung. Ihr Kontakt: E-Mail: zivilschutz@heidekreis.de
Sind Sie auf eine (plötzliche) Evakuierung vorbereitet? Eine Evakuierung kann durch verschiedene Ereignisse notwendig werden, etwa bei einem Gasleck, einem Brand im Nachbargebäude oder einer Naturkatastrophe wie Hochwasser. In solchen Fällen kann es entscheidend sein, schnellstmöglich Ihr Zuhause zu verlassen.
In vielen Situationen bleibt wenig Zeit, um wichtige Dinge zusammenzupacken. Ihr Notgepäck sollte daher so zusammengestellt sein, dass Sie mehrere Stunden bis Tage ohne Rückkehr in Ihr Zuhause überbrücken können.
Das gehört ins Notgepäck:
- Warme Kleidung, Regenschutz und idealerweise feste Schuhe
- Wechselkleidung
- Dokumentenmappe mit:
- Nachweisen über Identität (beispielsweise Geburtsurkunde, Personalausweis)
- Belegen zu Besitz (beispielsweise Grundbucheinträge, Kaufverträge, Kfz-Zulassungsbescheinigungen)
- Finanzielle Ansprüche (beispielsweise Versicherungsunterlagen)
- Qualifikationen (beispielsweise Zeugnisse, Zertifikate)
- Rechte und Vollmachten (beispielsweise gerichtliche Entscheidungen)
- Wichtige persönliche Informationen (beispielsweise Impfausweis, Patientenverfügung, Testamente, medizinische Befunde, Passwortlisten)
- Emotionale Erinnerungen (beispielsweise wichtige Fotos)
- Geladene Powerbank
- Erste-Hilfe-Material
- Persönliche Medikamente
- Hygieneartikel
- Haltbare Lebensmittel und Trinkflasche (wiederbefüllbar)
- Bargeld (notfalls auch in kleineren Beträgen)
Wichtige Hinweise:
- Jedes Familienmitglied sollte den Aufbewahrungsort des Notgepäcks oder der Dokumentenmappe kennen. So kann im Notfall jeder schnell darauf zugreifen.
- Der Verlust wichtiger Dokumente kann die Wiederbeschaffung erschweren oder sogar unmöglich machen.
Mit dieser Vorbereitung sind Sie besser für unerwartete Notfälle gerüstet - Ihre schnelle Handlungsfähigkeit ist entscheidend.
In Ihrem Haus können Sie nicht nur durch den vorbeugenden Brandschutz wie beispielsweise Rauchwarnmelder, Feuerlöscher, Löschdecken die Gefahren für Menschen und Sachwerte verringern – auch das richtige Verhalten im Falle eines Brandes kann den Schaden erheblich reduzieren.
Beachten Sie hierzu folgende Empfehlungen:
In jedem Fall Ruhe bewahren.
Das Feuer entsteht gerade erst? - Richtig löschen
- Unternehmen Sie jedoch nur dann Löschversuche, wenn keine Gefahr für Sie oder andere besteht.
- Schalten Sie vor Löschbeginn unbedingt den elektrischen Strom im Gefahrenbereich ab.
- Brennendes Fett oder flüssige Brennstoffe auf keinen Fall mit Wasser löschen. Hierbei kann eine hohe Stichflamme entstehen. Verwenden Sie eine Löschdecke.
- Löschen Sie immer von unten nach oben und von der Seite zur Mitte hin.
- Betreten Sie niemals verqualmte Räume. Dort bilden sich giftige Brandgase – es besteht Lebensgefahr.
Raum verlassen
Wenn keine (weiteren) Löschversuche möglich sind:
- Schließen Sie die Fenster, aber nur, wenn Sie sich nicht selbst dabei gefährden.
- Sollten Sie sich in einem verqualmten Raum befinden, bewegen Sie sich kriechend auf dem Boden vorwärts und verlassen sofort den Raum.
- Schließen Sie die Tür von außen und alarmieren Sie sofort die Feuerwehr. Siehe hierzu "Notruf 112 – Richtiges Handeln im Notfall"
Personen im Haushalt warnen und helfen
- Warnen Sie andere Personen in der Wohnung oder im Haus.
- Bringen Sie sich und andere in Sicherheit. Helfen Sie dabei Personen, die Hilfe benötigen.
Gebäude verlassen
Folgende Schritte sind nur möglich, wenn Sie sich oder andere dadurch nicht in Gefahr bringen. Die Sicherheit von Personen geht immer vor.
- Nehmen Sie Ihr Notgepäck mit.
- Machen Sie alle Türen und Fenster zu, ohne sie abzuschließen.
- Nehmen Sie – wenn möglich – Schlüssel für Räume oder Fenster mit und halten Sie diese für die Einsatzkräfte bereit.
- Flüchten Sie niemals durch verrauchte Räume oder Treppenhäuser – selbst wenige Atemzüge Brandrauch sind lebensgefährlich.
- Sollten Fluchtwege versperrt oder verraucht sein: rufen Sie an einem Fenster laut um Hilfe.
Feuerwehr rufen
Sofern noch nicht erfolgt: Rufen Sie die 112 an.
Ein Stromausfall kann den Alltag schnell beeinträchtigen: Licht, Heizung und elektrische Geräte funktionieren nicht mehr. Auch die Wasser- und Kommunikationsversorgung können betroffen sein.
Mit ein paar einfachen Maßnahmen können Sie sich und Ihren Haushalt auf eine solche Situation vorbereiten.
Warum kann der Strom ausfallen?
- Unwetter und andere Naturereignisse
- Unfälle und Bauarbeiten
- Sabotage und Cyberangriffe
In vielen Fällen ist ein Stromausfall innerhalb weniger Stunden behoben. Bei großflächigen Schäden kann es jedoch mehrere Tage dauern, bis die Stromversorgung wieder vollständig hergestellt ist.
Was ist bei einem Stromausfall zu tun?
- Ruhe bewahren und prüfen
Bleiben Sie ruhig und prüfen Sie, ob nur Ihre Wohnung oder auch die Nachbarschaft betroffen ist. - Geräte ausschalten
Schalten Sie elektronische/elektrische Geräte aus. Lassen Sie gegebenenfalls einzelne Lampen eingeschaltet. So können Sie erkennen, wenn die Stromversorgung wiederhergestellt ist. - Informiert bleiben
Nutzen Sie verfügbare Warn- und Informationskanäle. Ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio kann auch dann Informationen liefern, wenn andere Kommunikationsmöglichkeiten ausfallen.
Gute Vorbereitung zahlt sich aus
Mit einer kleinen Grundausstattung können Sie einen Stromausfall mehrere Tage überbrücken. Empfehlenswert sind:
- Taschenlampen und ausreichend Ersatzbatterien
- Ein Batterie- oder Kurbelradio
- Geladene Powerbanks für Mobiltelefone
- Kerzen und Streichhölzer oder Feuerzeuge
- Ausreichend Trinkwasser
- Lebensmittel, die ohne Strom zubereitet oder direkt verzehrt werden können
- Wichtige Medikamente und benötigte medizinische Hilfsmittel
- Etwas Bargeld, da Kartenzahlung und Geldautomaten ausfallen können
Wenn die Heizung ausfällt
Auch auf einen Ausfall der Heizung sollten Sie vorbereitet sein.
- Alternative Wärmequellen
Wenn Sie einen Kamin oder Ofen haben, legen Sie einen ausreichenden Brennstoffvorrat an. Lassen Sie sich zu geeigneten alternativen Heizgeräten fachlich beraten. - Warm halten
Tragen Sie warme Kleidung und nutzen Sie Decken. Halten Sie sich möglichst in einem Raum auf und schließen Sie die Türen, damit die Wärme möglichst lange erhalten bleibt. - Regelmäßig Lüften
Achten Sie auf einen ausreichenden Luftaustausch – insbesondere bei der Verwendung von Kerzen oder anderen offenen Flammen. Öffnen Sie die Fenster drei- bis viermal täglich vollständig für etwa fünf bis zehn Minuten. Wenn möglich, sorgen Sie durch gegenüberliegende Fenster für Durchzug. Vermeiden Sie dauerhaft gekippte Fenster. Dadurch kühlen die Wände in der Umgebung aus, während nur wenig Luft ausgetauscht wird.
Kochen ohne Strom
Auch bei einem Stromausfall können Sie kleinere Mahlzeiten zubereiten. Dafür eignen sich beispielsweise Campingkocher. Wenn Sie einen Balkon oder Garten haben, können Sie auch einen geeigneten Gas- oder Holzkohlegrill nutzen.
- Wichtig: Verwenden Sie Grills und Campingkocher niemals in Innenräumen. Bei der Verbrennung kann Kohlenmonoxid entstehen – ein geruchloses und lebensgefährliches Gas. Es besteht Erstickungsgefahr.
- Tipp: Besonders praktisch sind haltbare Lebensmittel, die Sie ohne Erhitzen verzehren können. Legen Sie davon einen ausreichenden Vorrat an. So sind Sie auch bei einem längeren Stromausfall gut versorgt.
- Kochen ohne Strom: Informationen dazu gibt es auf der Website des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Lesen Sie mehr.
Starke Niederschläge können Straßen, Keller und Gebäude innerhalb kurzer Zeit überfluten – auch abseits größerer Gewässer. Dadurch können schnell gefährliche Situationen entstehen.
Eine gute Vorbereitung hilft, Risiken zu verringern und im Ernstfall richtig zu handeln.
Informieren Sie sich
Informieren Sie sich über die Hochwasser- und Starkregengefahr an Ihrem Wohnort. Verfolgen Sie aktuelle Wetterentwicklungen sowie Hochwasserwarnungen über Warn-Apps, den Rundfunk, über das Länderübergreifende Hochwasserportal oder über den Hochwassermeldepegel des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).
Hochwasser steht bevor
Wenn für Ihren Bereich Hochwasser angekündigt wurde, sollten Sie rechtzeitig handeln:
- Dichten Sie Fenster und Türen sowie Lichtschächte und Abflussöffnungen ab.
- Stellen Sie sicher, dass gefährliche Stoffe und Chemikalien nicht mit Wasser in Kontakt kommen können.
- Räumen Sie gefährdete Kellerräume rechtzeitig.
- Fahren Sie Ihr Auto aus gefährdeten Garagen oder von gefährdeten Parkplätzen.
- Lagern Sie wichtige Gegenstände und Dokumente in hochwassergeschützten Räumen.
- Sichern Sie Heizöltanks gegen Auftrieb, zum Beispiel durch eine geeignete Verankerung.
- Prüfen Sie Ihre Vorsorgemaßnahmen: Haben Sie alles Wichtige im Haus?
- Kontrollieren Sie Rückstauklappen im Keller, bevor das Wasser steigt.
- Halten Sie Notgepäck und eine Dokumentenmappe bereit.
- Wichtig: Behalten Sie aktuelle Warnungen und Anweisungen der Behörden jederzeit im Blick.
Was tun bei Hochwasser?
- Überprüfen Sie, ob Ihre Vorsorgemaßnahmen ausreichen.
- Schalten Sie elektrische Geräte und Heizungen in überflutungsgefährdeten Räumen rechtzeitig ab. Wenn Wasser in einen Raum eindringen kann, schalten Sie die Stromversorgung gegebenenfalls über die Sicherungen ab. Es besteht Lebensgefahr durch Stromschlag.
- Meiden Sie überflutete Straßen und Wege. Wassertiefe und mögliche Hindernisse sind häufig nicht zuverlässig einzuschätzen.
- Halten Sie Abstand zu Gewässern und Uferbereichen. Unterspülungen und Abbrüche können plötzlich auftreten.
- Halten Sie sich während des Hochwassers keinesfalls in Kellern oder anderen tiefergelegenen Räumen auf. Es besteht Lebensgefahr.
Leben retten
- Helfen Sie anderen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.
- Bringen Sie Kinder und hilfsbedürftige Personen rechtzeitig aus gefährdeten Bereichen in Sicherheit.
- Nutzen Sie Notrufnummern nur in dringenden Notfällen. So bleiben die Leitungen für akute Notfälle frei. Wasser im Keller ist grundsätzlich kein Notfall für den Notruf.
- Befolgen Sie die Anweisungen der Einsatzkräfte und beachten Sie Absperrungen.
- Achtung: Tiefgaragen und Keller können bei Hochwasser zu tödlichen Fallen werden. Betreten Sie überflutete oder gefährdete Bereiche nicht.
Starke Böen, Blitze und Hagel können Äste, Dachziegel oder andere Gegenstände lösen und dadurch Menschen gefährden. Eine gute Vorbereitung hilft dabei, Risiken zu verringern und im Ernstfall richtig zu handeln.
Vorsorgen für Sturm, Gewitter und Hagel
- Bauliche Maßnahmen ergreifen, die die Sicherheit Ihres Wohngebäudes erhöhen
- Gartenmöbel, Sonnenschirme und andere lose Gegenstände sichern
- Türen und Fenster sowie Roll- oder Fensterläden schließen
- Grundlegende Versorgung und Notgepäck prüfen
- Fortlaufend über die aktuelle Wetterentwicklung informieren
Handeln bei Sturm, Gewitter und Hagel
Oberste Regel: Bleiben Sie möglichst zu Hause.
- Bleiben Sie in einem Gebäude – möglichst im Erdgeschoss, aber nicht im Keller, da dort bei Starkregen Überflutungsgefahr besteht.
- Meiden Sie Räume mit großer Deckenspannweite, zum Beispiel Hallen.
- Halten Sie Abstand zu Fenstern.
- Trennen Sie empfindliche elektrische Geräte vom Stromnetz oder verwenden Sie einen geeigneten Überspannungsschutz.
- Meiden Sie Wälder, Bäume, Masten und andere gefährdete Bereiche.
Wenn Sie im Freien sind
Meiden Sie:
- offenes Gelände
- Bäume und Wälder
- Türme, Masten und Antennen
- andere ungeschützte Orte
Bei Hagel:
- Legen Sie sich mit dem Gesicht nach unten auf den Boden.
- Schützen Sie Kopf und Nacken mit den Händen.
Bei Gewitter:
- Halten Sie mindestens 50 Meter Abstand zu Überlandleitungen.
- Stellen Sie die Füße eng zusammen und gehen Sie auf den Fußballen in die Hocke.
- Vermeiden Sie den Kontakt mit Gegenständen aus Metall, zum Beispiel Fahrrädern oder Regenschirmen.
Wenn Sie im Auto sind
Bei einem Gewitter bietet das Auto grundsätzlich einen guten Schutz. Bleiben Sie im Fahrzeug, bis das Gewitter vorüber ist. Berühren Sie währenddessen keine blanken Metallteile im Fahrzeug.
Hohe Temperaturen können insbesondere für ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich beeinträchtigte Personen belastend sein und Herz-Kreislauf-Probleme verursachen. Gleichzeitig steigt bei Trockenheit die Gefahr von Vegetations- und Waldbränden.
Eine gute Vorbereitung hilft dabei, Risiken zu verringern und im Ernstfall richtig zu handeln.
Vorsorgen für Hitze und Dürre
- Für ausreichenden Getränkevorrat sorgen. Ideal sind kühles oder lauwarmes Mineralwasser, verdünnte Säfte und Kräuter- oder Früchtetee.
- Zu kühleren Tageszeiten lüften, beispielsweise am frühen Morgen.
- Fenster und Türen schließen, Räume abdunkeln.
- Für Schattenplätze sorgen.
- Sofern Sie auf Medikamente angewiesen sind: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Es kann sinnvoll sein, die Dosierung bei Hitze anzupassen.
Handeln bei Hitze und Dürre
- Weite, leichte und helle Kleidung tragen
- Kopfbedeckung im Freien tragen
- Mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag trinken
- Kalte Fußbäder als Abkühlung verwenden
- Lauwarm duschen - kalte Duschen erschweren dem Körper die Wärmeabgabe
- Nachts nur leichte Bekleidung und Bettwäsche verwenden, um einen Hitzestau zu vermeiden
- Sonnenschutzmittel verwenden
- Pralle Sonne meiden, Schatten bevorzugen
- Körperliche Tätigkeiten möglichst in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden legen.
- Örtliche Verbote und Warnungen zur Brandgefahr beachten.
- Kein offenes Feuer in gefährdeten Bereichen entzünden.
- Keine Zigaretten oder andere glimmende Gegenstände in die Natur werfen.
Leichte, wasserreiche Lebensmittel wie Gemüse, Salate und Obst sind bei Hitze besonders geeignet. Salzhaltige Lebensmittel helfen, den Mineralstoffverlust auszugleichen. Schwere und fettreiche Speisen sollten möglichst vermieden werden.
Starker Schneefall und Eis können Verkehrswege beeinträchtigen, Stromleitungen beschädigen und hohe Schneelasten auf Dächern verursachen. Eine gute Vorbereitung hilft dabei, Risiken zu verringern und im Ernstfall richtig zu handeln.
Vorsorgen für Kälte, Eis und Schneefall
- Warme Kleidung, Decken und ausreichend Lebensmittel bereithalten
- Auf aktuelle Wetterwarnungen achten
- Rechtzeitig die richtige Fahrzeugbereifung prüfen - Winter- oder Allwetterreifen
- Bei starken Schneefällen regelmäßig gefährdete Dächer überprüfen und Schneelasten entfernen – bringen Sie sich dabei nicht selbst in Gefahr.
Handeln bei Kälte, Eis und Schneefall
- Unnötige Fahrten bei extremen Wetterbedingungen vermeiden.
- Rechnen Sie mit glatten sowie vereisten Straßen und Wegen.
- Ausreichend Abstand zu Bäumen und Gebäuden halten, von denen Schnee oder Eis herabfallen kann.
- Räum- und Streupflichten nachkommen, um sich und andere zu schützen.
- Keine vereisten Flächen wie beispielsweise Seen oder Wiesen betreten, die nicht offiziell durch Behörden freigegeben worden sind – es besteht Lebensgefahr.
CBRN-Gefahren
Chemische, biologische, radiologische und nukleare Stoffe (CBRN) können gas- oder dampfförmig, flüssig, fest oder als Aerosole auftreten. Sie können durch unterschiedliche Ursachen freigesetzt werden und unterschiedliche Auswirkungen haben.
Gelangen solche Stoffe in die Umwelt, können sie eine Gefahr für die Bevölkerung und Umwelt darstellen. Daher erfordern CBRN-Ereignisse besondere Schutz- und Einsatzmaßnahmen.
Da Sie diese Gefahren in aller Regel nicht selbst erkennen können, müssen Sie auf Warnmeldungen über Rundfunk, Lautsprecherwagen oder Warn-Apps achten und die darin enthaltenen Empfehlungen und Anweisungen befolgen.
Die größte Gefahr für den Menschen besteht in diesen Fällen fast immer bei einem ungeschützten Aufenthalt im Freien.
Wie verhalte ich mich richtig?
Im Freien
- Nächstgelegenes Gebäude aufsuchen.
- Sich möglichst seitwärts zur Windrichtung bewegen, nicht mit dem Wind.
- Atemschutz verwenden - notfalls ein Taschentuch.
- Verschmutzte Kleidung und Schuhe außerhalb des Wohnbereichs lassen.
- Gesicht, Haare und Hände sowie Nase und Ohren gründlich waschen, gegebenenfalls desinfizieren.
- Hinweise zum Aufenthalt in Gebäuden befolgen.
Im Auto
- Fenster schließen und Lüftung ausschalten.
- Radio einschalten (UKW, Regionalsender).
- Anweisungen der Behörden und Einsatzkräfte befolgen.
- Gegebenenfalls zum nächstgelegenen Gebäude fahren.
Im Gebäude
- Bleiben Sie im Gebäude.
- Fenster und Türen schließen, gegebenenfalls abdichten - auch Lüftungsschlitze der Fensterrahmen.
- Ventilatoren und Klimaanlagen ausschalten.
- Gefährdete Passantinnen und Passanten vorübergehend aufnehmen.
- Falls erforderlich, andere Hausbewohnerinnen sowie Hausbewohner informieren.
- Einen geschützten Innenraum aufsuchen, möglichst ohne Außenfenster.
- Unnötigen Sauerstoffverbrauch vermeiden, beispielsweise durch Kerzen oder Ähnliches.
- Radio (UKW, Regionalsender) oder Fernseher (NDR) zur eigenen Information einschalten.
- Auf Durchsagen der Behörden und Einsatzkräfte achten und diese befolgen.
- Nur in äußerst dringenden Notfällen telefonieren, um die Leitungen nicht unnötig zu blockieren.
Verwenden Sie beim Eindringen giftiger chemischer Stoffe eventuell vorhandene Atemschutzgeräte. Nutzen Sie notfalls einen Mundschutz, beispielsweise eine OP-Maske, eine FFP2-Maske oder feuchte Tücher.
Informationen prüfen statt weiterleiten - Gerade in Krisen und außergewöhnlichen Situationen verbreiten sich Informationen besonders schnell. Neben richtigen und hilfreichen Informationen können dabei auch Gerüchte, Falschmeldungen oder bewusst manipulierte Inhalte („Fake News“) verbreitet werden.
Desinformationen werden verfasst, um
- Menschen zu verunsichern,
- Ängste zu schüren,
- Misstrauen zu schaffen,
- Konflikte zu verstärken und
- die öffentliche Wahrnehmung zu beeinflussen.
Das kann dazu führen, dass Situationen falsch eingeschätzt oder wichtige Handlungsempfehlungen nicht beachtet werden. Nicht alles, was echt aussieht, ist wahr.
Desinformationen können in unterschiedlicher Form auftreten, zum Beispiel als
- erfundene Nachrichten,
- manipulierte Bilder oder Videos,
- gefälschte Internetauftritte,
- Deepfakes: täuschend echt wirkende Medieninhalte, etwa Videos, Bilder oder Audiodateien, die mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt oder manipuliert wurden.
Was kann ich tun?
- Quelle prüfen: Wer hat die Informationen ursprünglich veröffentlicht? Werden Quellen und Belege genannt?
- Inhalt vergleichen: Berichten auch andere vertrauenswürdigen Quellen darüber?
- Datum beachten: Ist die Meldung aktuell oder wird eine ältere Information erneut verbreitet?
- Bilder und Videos hinterfragen: Wirken die Aufnahmen ungewöhnlich oder werden sie möglicherweise aus dem Zusammenhang gerissen dargestellt?
- Nicht vorschnell teilen: Auch gut gemeinte Weiterleitungen können zur Verbreitung von Falschinformationen beitragen. Ist die Quelle unklar, verzichten Sie lieber auf die Weiterverbreitung.
Gerade in einer Krisensituation sollten Sie sich möglichst an offizielle Informationskanäle von Behörden und anerkannten Medien halten. So tragen Sie dazu bei, dass wichtige Informationen zuverlässig weitergegeben werden und Falschmeldungen sich nicht unnötig verbreiten.