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Regionalisierung von Leitstellen:  
Vier Landkreise gehen gemeinsamen Weg 
für mehr Sicherheit und Effizienz  
 

Die Landkreise Harburg, Heidekreis, Lüneburg und Rotenburg (Wümme) stellen die Weichen für die Zukunft ihrer Gefahrenabwehr: Mit dem Aufbau einer integrierten Regionalleitstelle Lüneburger Heide bündeln sie ihre bisherigen Strukturen und schaffen eine einheitliche Organisation für den Notruf- und Einsatzbetrieb.

Hintergrund der Entscheidung ist die steigende Komplexität der Anforderungen an Leitstellen. Wenn ein Notruf eingeht, zählt jede Sekunde – gleichzeitig wachsen die Herausforderungen durchzunehmende Einsatzzahlen, höhere technische Anforderungen und strengere Vorgaben, etwa im Bereich der kritischen Infrastrukturen (KRITIS). Die bisherige Struktur aus mehreren kleineren Leitstellen stößt dabei zunehmend an ihre Grenzen.

Bereits seit 2007 arbeiten die Landkreise Harburg, Heidekreis und Rotenburg (Wümme) in einem virtuellen Leitstellenverbund zusammen, während Lüneburg eine kooperative Leitstelle betreibt. Mit der neuen integrierten Regionalleitstelle werden diese bislang getrennten Systeme nun in einer gemeinsamen Organisation mit einheitlicher Trägerschaft zusammengeführt.

Mehr Resilienz und Qualität im Bevölkerungsschutz
Ein wesentliches Ziel der Regionalisierung ist die Stärkung der Resilienz. Eine größere Leitstelle mit standardisierten Abläufen und gebündelten Ressourcen kann Großschadenslagen, Ausfälle oder Belastungsspitzen deutlich besser bewältigen. Gleichzeitig ermöglicht die neue Struktur eine stärkere Professionalisierung, etwa in den Bereichen Qualitätsmanagement, Aus- und Fortbildung sowie IT-Sicherheit. Auch wirtschaftlich bietet das Projekt Vorteile: Investitionen in Technik, Infrastruktur und Sicherheit werden künftig zentral geplant und umgesetzt. Ein umfassendes Standortgutachten berücksichtigt dabei neben Kosten auch Faktoren wie Risiken, Infrastruktur und Personalverfügbarkeit.

Attraktiver Arbeitgeber und transparente Entscheidungsprozesse
Ein weiterer Fokus liegt auf der Personalgewinnung und -bindung. Die neue Leitstelle soll langfristig attraktive Arbeitsplätze mit klaren Entwicklungsperspektiven bieten. Gleichzeitig ist den Verantwortlichen bewusst, dass Veränderungen auch Herausforderungen mit sich bringen – nicht alle Mitarbeitenden werden den neuen Standort mitgehen können oder wollen. Die organisatorische Umsetzung erfolgt über eine gemeinsame Anstalt des öffentlichen Rechts. Ein Verwaltungsrat aus Vertretern der Landkreise sowie eine Mitarbeitenden-vertretung sorgen für klare Governance-Strukturen. Der gesamte Prozess wird von Beginn an transparent gestaltet: Mitarbeitende, Politik, Hilfsorganisationen und weitere Akteure werden frühzeitig eingebunden.

Signalwirkung für andere Regionen
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Regionalisierung im Bevölkerungsschutz gelingen kann. Es verdeutlicht, dass es sich nicht nur um ein technisches Vorhaben handelt, sondern um einen umfassenden Veränderungsprozess, der Mut, Offenheit und Zusammenarbeit erfordert. Mit der integrierten Regionalleitstelle Lüneburger Heide schaffen die beteiligten Landkreise eine zukunftsfähige Struktur, die Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Fachkräftesicherung nachhaltig miteinander verbindet – und damit auch für andere Regionen als Orientierung dienen kann.