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Partizipation mit Popcorn

SchulKinoTage Demokratie erstmals im Heidekreis

Welches Gewicht hat das Grundgesetz? Wie wäre die Welt ohne Musik? Und ist eine Gesellschaft ohne Frauen wünschenswert? All diese und viele weitere Fragen haben direkt oder indirekt mit Demokratie zu tun. Bei den ersten SchulKinoTagen Demokratie im Heidekreis vom 31. August bis zum 4. September 2026 sehen insgesamt mehr als 1000 Schüler*innen Filme mit ganz unterschiedlichen Inhalten, die alle eine Brücke zur Thematik schlagen.

Nachdem im vergangenen Jahr auf Initiative von Landrat Jens Grote bereits viele junge Menschen in den Kinos in Schneverdingen und Walsrode den Film „Schindlers Liste“ sahen, war er schnell bereit, für die SchulKinoTage Demokratie die Schirmherrschaft zu übernehmen. Für ihn als Juristen, so betont es Grote, habe das Grundgesetz großes Gewicht und man müsse alles unternehmen, um Werte wie Presse- und Meinungsfreiheit in Deutschland zu schützen. „Ein Film kann noch einmal auf eine ganz andere Art beeindrucken, nachwirken und auch im Gedächtnis bleiben“, sagt Jörg Witte, Projektleiter der SchulKinoTage Niedersachsen.  

Das Projekt, das gemeinsam mit VISION KINO, einem bundesweiten Netzwerk für Film- und Medienkompetenz umgesetzt wird, läuft mit den SchulKinoWochen schon seit vielen Jahren in ganz Niedersachsen in verschiedenen Orten. Lehrkräfte können dabei jeweils aus einem großen Angebot Filme auswählen, die sie mit ihrer Klasse sehen möchten. Die SchulKinoTage Demokratie unterscheiden sich hinsichtlich des vorher gesetzten Schwerpunkts. Idealerweise passen die ausgewählten Filme zu einer Unterrichtseinheit, die gerade durchgenommen wird. Der Anspruch des Projekts ist es zudem, die Inhalte im besten Fall auch mit den Jugendlichen im Anschluss in einem Gespräch oder einer Diskussion aufzuarbeiten. Der Landkreis Heidekreis ist über Bildungskoordinator Frank Seuberth an der Organisation und Durchführung beteiligt.  

Manche der gezeigten Filme beschäftigen sich mit der NS-Diktatur, wie etwa „Nürnberg 45“ oder mit dem Thema Rechtsextremismus wie der Film „Die Arier“. Andere nehmen Themen wie Vielfalt oder Gleichberechtigung auf, die mit großer Wahrscheinlichkeit anders behandelt würden, lebte man nicht in einer Demokratie. Im Film „Ernest und Celestine“, ein Animationsfilm für jüngere Schüler*innen, geht es etwa um eine Welt, in der Musik nur aus einer Note bestehen darf. Was dann alles fehlt, dazu hat Landrat Grote sofort Ideen: „Stellen Sie sich mal ein Schützenfest ohne Musik vor oder eine Hochzeitsfeier, das kann sich jeder ausmalen, dass das nicht wünschenswert ist.“ Auch Reiner Lehmann vom LichtSpiel in Schneverdingen und Günther Scheele vom Capitol Theater in Walsrode finden solche Veranstaltungen für Schulen wichtig: „Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, etwas für die Demokratie zu tun“, so Scheele.  

In diesem Jahr sind Grundschulen, Oberschulen, Gymnasien, Berufsbildende Schulen und Förderschulen mit diversen Klassen dabei, ebenso die Projekte Tu Wat und Jugend stärken. Insgesamt erreichen die SchulKinoTage im Heidekreis mehr als 1000 junge Menschen.